Tim Berresheim & Rechonski: Temporal Spelunking Belmacz, London United Kingdom
2023
Expect the Unexpected. Aktuelle Konzepte für Fotografie – Kunstmuseum Bonn, Bonn
Surreal Futures – Max Ernst Museum, Brühl
Gibt es den Mond, wenn keiner hinsieht? – Thomas Rehbein Galerie, Köln
2022
Broken Music Vol. 2 – 70 Jahre Schallplatten und Soundarbeiten von Künstler*innen – Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin
The collection: dialogues. Volume 1: The History between persistence and criticism – Collegium – Space for creation, research and exhibition of contemporary art, Arévalo
MUSTERUNG. Pop und Politik in der zeitgenössischen Textilkunst – Kunstmuseum Ravensburg, Ravensburg
2019
It's All Black and White – Contemporary Art from the Frederick R. Weisman Art Foundation – The Frederick R. Weisman Museum of Art at Pepperdine University, Malibu
Lust der Täuschung. Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality – Ludwig Forum für internationale Kunst, Aachen
14. Triennale Kleinplastik Fellbach – Alte Kelter, Fellbach
Die Macht der Vervielfältigung – Von prä- zu postdigitaler reproduktiver Kunst, oder von Radierung über Xerox zu Augmented Reality in Südamerika und Deutschland – Baumwollspinnerei, Leipzig
2018
Brisante Träume. Die Kunst der Weltausstellung – Marta Herford & Kunstmuseum Ahlen
O Poder da Multiplicação - Arte reprodutível na América do Sul e na Alemanha: do pré-digital ao pós-digital ou da gravura, passando pelo xerox, até o 3D – Museu de Arte do Rio Grand do Sul, Porto Alegre
Mixed Realities. Virtuelle und reale Welten in der Kunst – Kunstmuseum Stuttgart, Stuttgart
Black & White & IN BETWEEN. Contemporary Art from the Frederick R.Weisman Art Foundation – Carnegie Art Museum, Oxnard
Becoming Animal – Den Frie Udstillingsbygning, Copenhagen und Museet for Religiøs Kunst, Lemvig
2016
the real-fake.org.02 – BronxArtSpace, New York
2015
The Digital Museum of Digital Art, Transfer – New York & Satellite Projects, Miami
Better than de Kooning – Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen, Esslingen
2014
The New Romantics – Eyebeam, New York
2008
CA.BU. + BA.D.AL.MO – Galerie Thomas Flor, Düsseldorf
Faces and Figures (Revisited) – Marc Jancou Contemporary, New York
Vertrautes Terrain. Aktuelle Kunst in & über Deutschland (Collector's Choice) – ZKM l Museum für Neue Kunst, Karlsruhe
2007
Leg Show – Patrick Painter Inc., Los Angeles
2006
Räume für Kunst – Sammlung Grässlin, St. Georgen
Grisebach, Berlin 16.12. - 18.2.2026Die zehn unikatären Blätter dieser Edition entstammen einem Datensatz von 5.833.333 Punkten, der am 20. August 2022 über dem Flugplatz Aachen-Merzbrück generiert wurde. Grundschüler der Katholischen Grundschule Am Römerhof entwarfen zunächst Einlinienzeichnungen, die der Kunstflugpilot Walter Kampsmann in dreidimensionale Flugtrajektorien übersetzte und mit Rauch in den Himmel schrieb. Studierende der FH Aachen konvertierten die von Sensoren erfassten Flugdaten in digitale Datensätze, während 450 Zuschauer vor Ort Oberflächentexturen für die späteren Arbeiten zeichneten.
Der Titel „Gefüge" verweist auf Gilles Deleuze und Félix Guattaris Begriff des agencement: ein heterogenes Arrangement, in dem verschiedene Elemente – menschliche, technische, atmosphärische ohne übergeordnete Hierarchie zusammenwirken. Die Kinder, der Pilot, die Zuschauer fungieren dabei als Materialgeber; die Autorschaft der Blätter liegt bei mir. Doch diese Autorschaft operiert als systemisch erweiterte Handschrift: nicht die Geste des Einzelnen, sondern ein Schreiben, das sich durch Sensoren, Algorithmen und Rechenprozesse hindurch artikuliert und dabei seine eigene Signatur bewahrt.
In der flachen Ontologie der Materialien wo Kinderzeichnung, Flugdatenpunkt, G-Kraft und Barytpapier denselben ontologischen Status besitzen entsteht das neue Gefüge. Was Gilbert Simondon Transduktion nennt, beschreibt diesen Prozess: Information propagiert sich von einer Domäne zur nächsten und strukturiert dabei jede neu. Die 40 Arbeitsstunden mit 115 CPUs sind nicht nachgelagerte Produktion, sondern Teil dieser erweiterten Schreibbewegung.
Die G-Kräfte, die Kampsmann während des Fluges erfuhr, die Gesten der zeichnenden Kinder, die atmosphärischen Bedingungen des Augusttages all das ist in den Datenpunkten eingefaltet. Die Editionen zeigen somit keine Abbildungen eines vorgängigen Ereignisses, sondern Phasen eines fortlaufenden Individuationsprozesses, der im Betrachten weitergeht.
Stille Beugung Diffraction Patterns
Galerie Judith Andreae
23.11. - 18.2.2026OPENING NOVEMBER 23, 2–6pm: Seit über 20 Jahren erarbeitet Tim Berresheim eine künstlerische Handschrift, die digitale und analoge Mittel systematisch verbindet. Für Stille Beugung Diffraction Pattern, seine erste Solo-Präsentation in der Galerie Judith Andreae, entwickelt Tim Berresheim die Serie Häuser meiner Zeit weiter. Mit den Häusern kehrt Berresheim an Schauplätze einer Biografie zurück, die von Neugier, Aufbruch und Widerständigkeit gegen das Gewöhnliche bestimmt war. Was bleibt von einem Ort, wenn er nur noch als Punktwolke existiert? Berresheim durchwandert diese heterotopen* Räume, jedoch nicht als nostalgischer Chronist. Er untersucht menschliche und architektonische Körper auf ihre Fähigkeit, Raum, Zeitlichkeit und potenzielle Zukünfte zu beeinflussen.
Berresheim, der seinen anfangs durchaus widerwilligen Zugang zur Kunst durch Dramentheorie und dem Schreiben von Drehbüchern fand, hat an der Kunstakademie seine „Liebe zum Standbild“ entdeckt. Seine Arbeit – die Dramaturgie und Komposition der Figuren (der Indexe), im durch Erinnerungen aufgeladenen Raum der Häuser meiner Zeit – versteht der Künstler als eine erweitere Form der Regieführung mit dem Ziel einer neuen Bildfindung. Die Serie, die erstmals auf der Paris Photo 2024 präsentiert wurde, bezieht sich auf Gert Arntz’ Häuser der Zeit (1927). Nach einer ehemaligen Aachener Kneipe, der Steffens Schänke, wird nun das Theater seiner ehemaligen Schule, sowohl zur sprichwörtlichen Bühne, als auch zum konservatorischen Moment. Orte, die mittels eines 3D-Laserscans erfasst wurden, liefern als Punktwolke im digitalen Raum ein präzises Abbild der Realität. Berresheim nutzt den Laserscanner als objektivloses, fotografisches Verfahren und besinnt sich auf den altgriechischen Ursprung des Begriffs Fotografie, zusammengesetzt aus "phōs" (Licht) und "graphein" (zeichnen). Im Werk verbinden sich photographische, „lichtgezeichnete“ Beobachtung und malerische Raumerfassung zu einer völlig neuen Bildsprache.
Kammeroper, 20.09.2025, 19 Uhr und 21.09.2025, 12 Uhr
Der Komponist Marcus Schmickler entwickelt gemeinsam mit dem Künstler Tim Berresheim eine Kammeroper, die am 20. September und 21. September 2025 im Rahmen des Doppeljubiläums im Kunstmuseum Stuttgart aufgeführt wird.
Die Kammeroper »The Great Wayfinders I–IX (Höhlenmusik)« erkundet die Bedeutung von Digitalität mittels der Höhlenforschung – und wagt einen spekulativen Blick aus der Zukunft zurück in unsere Gegenwart. Gemeinsam mit dem Künstler Tim Berresheim entwirft der Komponist Marcus Schmickler eine Erzählung, nach der wir uns heute noch ganz am Anfang einer neuen Epoche befinden – der des digitalen Zeitalters. In einigen Jahrhunderten wird man vielleicht einmal von dieser Epoche als »digitale Steinzeit« sprechen, deren Anfänge unbeholfen und archaisch wirken mögen.
Doppelkäseplatte.
100 Jahre Sammlung. 20 Jahre Kunstmuseum Stuttgart
1925 wurden Werke der Stuttgarter Sammlung, die damals »Städtische Gemäldesammlung« hieß, in der Villa Berg erstmals öffentlich gezeigt. Als »Galerie der Stadt Stuttgart« war die Sammlung viele Jahre im Kunstgebäude zu sehen, bevor sie schließlich 2005 in den eigens für sie errichteten Neubau am Schlossplatz zog.
Gegliedert in sieben Themenräume, die die individuellen Handschriften der Kurator:innen des Kunstmuseums tragen, werden historische Zusammenhänge innerhalb der Sammlung aufgezeigt und Brückenschläge zu heutigen lebensnahen Fragestellungen unternommen. Spannungsvolle Inszenierungen ergeben sich durch die Gegenüberstellung von Werken, die lange nicht oder noch nie zu sehen waren, mit aktuellen Schenkungen und Neuerwerbungen.
Künstler:innen
Frank Ahlgrimm, Albrecht/d., atelierJAK, Yael Bartana, Tim Berresheim, Gerda Brodbeck, Andrea Büttner, Otto Dix, Karl Duschek, Simone Eisele, Dietrich Fricker, Peter Granser, Dana Greiner, Vivian Greven, Susanne Hofmann, Johannes Itten, Christian Jankowski, Anne Marie Jehle, Ida Kerkovius, Fritz Lang, Josephine Meckseper, Markus Oehlen, Dieter Roth, K.R.H. Sonderborg, Anton Stankowski, Kara Walker, Ina Weber, Ben Willikens, Lambert Maria Wintersberger, André Wischnewski, Sonja Yakovleva, Haegue Yang, Hannah Zenger
Für das Suermondt-Ludwig-Museum entwickelt Berresheim eine neue, ortsspezifische 360°-Wandarbeit im anaglyphen Verfahren. Die Arbeit erweitert den Raum durch digitale Bildwelten und eröffnet den Besucher*innen neue Perspektiven auf Wahrnehmung und Realität.
Im Dialog mit der Sammlung des Hauses entstand zudem ein Projekt, das die mythologische Skulptur Apoll und Daphnevon Filippo Parodi (1630–1702) in den Mittelpunkt stellt. Sie dient als Ausgangspunkt für künstlerische Experimente und Denkprozesse, die den Austausch zwischen historischer Kunst und zeitgenössischer, digitaler Praxis sichtbar machen.
Neue Alte Welt NRW Forum, Düsseldorf 17. Februar – 25. Mai 2024
Die Ausstellung vereinte rund 90 Arbeiten aus 25 Jahren – großformatige Wandbilder, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und installative Werke. Gezeigt wurden sowohl frühe Arbeiten als auch neue, eigens für diese Präsentation entwickelte Stücke.
Zentral stand die Frage, welche Spuren die Gegenwart in einer fernen Zukunft hinterlassen wird. Bezugspunkt waren archäologische Forschungen in den Höhlen der Schwäbischen Alb, in denen die ältesten bekannten Artefakte des Homo sapiens entdeckt wurden.
Ausgehend von dieser historischen Schwelle wurde der Zusammenhang zwischen Werkzeug und Denken untersucht: Der Faustkeil formte einst das Bewusstsein, heute übernehmen Computer, Algorithmen und KI eine vergleichbare Funktion.
Die Ausstellung griff diese Analogie auf und entwickelte daraus eine künstlerische Methode, die als „künstlerische Gegenwartsarchäologie“ bezeichnet wird. Analoge Materialien, digitale Verfahren und kunsthistorische Bezüge traten in einen Dialog und verschmolzen zu hybriden Bildwelten. more